Was ist Soziologie?

Das heutige Verständnis zu Soziologie wurde von Auguste Comte im Zuge seiner Abhandlungen zur "physique sociale" in den 1830er Jahren geprägt. Die Soziologie ist heute eine selbstständige Wissenschaft, welche theoretisch und empirisch soziales Verhalten, Gruppen, Strukturen und Prozesse erforscht. Untersuchungsgegenstand der Soziologie sind Gruppen von drei oder mehr Personen. Das Erkenntnisinteresse gilt dem Verhalten und Handeln einer Gruppe, von verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft und den Effekten sowohl auf die Gruppen als auch auf Individuen. In der Soziologie wird stets von einer wechselseitigen Beeinflussung von Individuen, Gruppen und Gesellschaft ausgegangen.

Die Soziologie untersucht im Wesentlichen:

  1. gesellschaftliche Ordnung,
  2. soziale Ungleichheit,
  3. sozialen Wandel, und
  4. soziales Verhalten und Handeln.

Soziologie kann in vier Bereiche gegliedert werden:

  • Allgemeine Soziologie (Geschichte, Begriffe, allgemeine Hypothesen und Theorien).
  • Teilbereiche der Soziologie bzw. spezielle Soziologien (Vielzahl von speziellen Soziologien, die auf Teilbereiche der Gesellschaft ausgerichtet sind; z. B. Medien- und Kommunikationssoziologie, Kultursoziologie, Wirtschaftssoziologie etc.)
  • Empirische Sozialforschung (Überprüfung und Schaffung von Fragestellungen, Hypothesen und Theorien)
  • Praktische bzw. angewandte Soziologie (soziale Relevanz der Soziologie, Berufschancen, Berufsethik etc.)

Die Soziologie beschäftigt sich mit Gesellschaften als Ganzes und all ihren Teilbereichen. Durch den umfassenden Blick auf Gesellschaften überschneidet sich der Untersuchungsgegenstand der Soziologie mit anderen Disziplinen aus den Sozialwissenschaften, wie der Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft oder der Sozialpsychologie. (Nicole Kornke)


Literatur:

Eßbach, Wolfgang (1996): Studium Soziologie. München: Wilhelm Fink.

Hillmann, Karl-Heinz (2007): Wörterbuch der Soziologie.